Grußwort

Detlef Kogge

Detlef Kogge

Als ich im Oktober 2002 meinen Dienst als Gehörlosenseelsorger in den Kirchenkreisen Altenkirchen, Koblenz und Wied angetreten habe, erlangte ich auch schnell Kontakt zum Förderverein und zur Informa. Sicherlich haben die meisten Schulen und gerade Förderschulen rührige Fördervereine, die sich sehr hilfreich um die Belange der Schule und auch gerade um Familien mit finanziellen Problemen kümmern, um Chancengleichheit zu fördern.

Der Förderverein für Hörgeschädigte, der zu dieser Zeit noch kein viertel Jahrhundert alt war, hatte sich jedoch einen weitaus größeren Aufgabenbereich gestellt und erfüllte ihn durch seine eigens dafür gegründete Firma.

Hierzu kommen konnte es nur durch das enorme Engagement und die Zusammenarbeit der Vereinsmitglieder sowie die geschickte Einbindung staatlicher und kirchlicher Organisationen und Amtsträger. So ist der Förderverein Mitglied im Diakonischen Werk. Viele seiner Dienste starteten als Pilotprojekte und wurden von staatlichen Stellen begleitet. Die Aktion Mensch wurde als Partner ins Boot geholt.

Hier erscheint besonders das Engagement meines Amtsvorgängers Pfr. i.R. Helmut Cordes, der selbst ein hörgeschädigtes Kind hat beispielhaft. Fast hat man den Eindruck, dass für ihn die Geschichte vom bittenden Freund (Lukas 11, 5-13) zur Maxime seiner Arbeit geworden ist und er hier besonders der Satz: …wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, dann wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, soviel er darf.

Und sehen wir es ganz richtig, in der Geschichte bittet nicht jemand für sich selbst, sondern er bittet für andere, für hungernde Gäste. Genauso hat Helmut Cordes seine Kraft immer für Hörgeschädigte und deren Familien eingesetzt und hat überall, wo es möglich war gebettelt und gefordert und damit auch viel bewegt.

Mit der Gründung der Informa ist viel Engagement in professionelle Bahnen gelenkt worden. Dennoch bleiben dem Verein unterschiedlichste Aufgabenfelder, wie z.B. die Mitarbeit im Landesbeirat für Teilhabe behinderter Menschen in Rheinland Pfalz.
Die wohl augenfälligste Veränderung im Verein in den letzten 25 Jahren ist, dass er sich gewandelt hat von einem Verein der Hörenden, die mit Menschen mit Hörschädigung arbeiten oder deren Kinder hörgeschädigt sind zu einem Verein, in dem Hörende und Hörgeschädigte gemeinsam ihre Interessen vertreten. Dies gilt nicht nur für die Mitglieder, sondern natürlich auch für den Vorstand, der gemischt besetzt ist und aus allen Arbeitsgebieten mindestens ein Mitglied hat.

Ich danke allen, die sich hier engagiert haben und immer noch engagieren. Lade natürlich gerne alle ein, die sich engagieren wollen, sei es durch aktive Arbeit oder durch eine Geldzuwendung. Als Gehörlosenseelsorger werde ich sicherlich durch den Förderverein und die Informa entlastet, diese Entlastung bringe ich gerne als Vorstandsvorsitzender wieder in Form von Arbeit in den Verein ein.

Detlef Kogge